Liberale Stichtage
Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das
Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Die runden Jahrestage werden mit interessanten Dokumenten und historischen Bildern angereichert. Die Liberalen Stichtage sind unser Kalenderblatt zur Geschichte des Liberalismus.
Die politische Biographie von Eduard Lasker steht vor allem für zweierlei: Für die Chancen, die der Liberalismus in den Augen des jüdischen Bürgertums bot und für die konstruktive Rolle des Nationalliberalismus im Jahrzehnt der Reichsgründung.
Aufgrund eines Vertrags vom März 1833 schlossen sich am 1. Januar 1834 etliche süd- und mitteldeutsche Staaten mit Preußen zu einem Deutschen Zollverein zusammen. Er zielte auf die Schaffung eines deutschen Binnenmarktes durch Beseitigung von 38 innerdeutschen Zollgrenzen.
Ende des Jahres 1848 hatte die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die Beratungen über die neue Verfassung fortgeführt und verabschiedete nun deren Herzstück, die „Grundrechte des deutschen Volkes“. Es war ein sehr eigenständiger, auf die deutschen Verhältnisse zugeschnittener Rechtskodex.
Die Aktion war im Grunde genommen aus der Defensive geboren, denn eigentlich standen die Zeichen auf Überwindung der Spaltung, die den deutschen Liberalismus seit über einem halben Jahrhundert geprägt hatte: Am Ende des Ersten Weltkrieges hatten sich die Führungen der Nationalliberalen und des Freisinns weitgehend darauf geeinigt, fortan organisatorisch zusammenzugehen.
Es war wohl das erste Mal beim Tod eines Staatsoberhauptes während des 20. Jahrhunderts, dass die große Mehrheit der Deutschen Trauer empfand. Mit der Ausnahme von Reichspräsident Friedrich Ebert hatten alle Vorgänger von Theodor Heuss, vom Kaiser bis zum Großadmiral, sich politisch nicht solche Meriten erworben, dass ihr Tod spontan große Emotionen erweckt hätte.
Die Versammlung war ein Meilenstein in der Geschichte des deutschen Liberalismus, doch die Anwesenden waren, wie das einzige erhaltene Fotodokument eindrucksvoll zeigt, eher von Sorgen als von Freude bestimmt: Eigentlich sollte in Heppenheim, dem alten Traditionsort von 1848, die jahrzehntelange Spaltung der deutschen Liberalen überwunden und endlich eine alle Flügel umfassende Partei gegründet werden.
Ironischerweise sollte sich die schwere Niederlage im Krieg von 1806 für Preußen nachträglich als Glücksfall erweisen: Denn nun kamen diejenigen Kräfte an der Staatsspitze zum Zuge, die die preußische Monarchie an Haupt und Gliedern reformieren wollten. Einer ihrer Köpfe war der nassauische Freiherr Karl vom Stein, 1807/1808 leitender Minister Preußen.
Die Sprachlosigkeit des liberalen Bürgertums nach der sog. „Novemberrevolution“ währte nur kurz. Bereits eine Woche nach dem Ende der Monarchie meldete es sich vehement zurück und forderte lautstark politische Teilhabe, um die öffentliche Diskussion nicht allein den Sozialisten aller Couleur zu überlassen.
Der Schritt war wenig auffällig, wohl aber kursweisend: Am 15. November 1918 berief der „Rat der Volksbeauftragten“, der seit dem Sturz der Monarchie wenige Tage zuvor die deutsche Regierung bildete, den Berliner Staatsrechtler Hugo Preuss zum Staatssekretär des Inneren.
Als Sohn eines liberalen jüdischen Schriftstellers hat Wolfgang Natonek (1919-1994) die Auswirkungen der beiden Diktaturen in Deutschland intensiv am eigenen Leib erfahren: Zunächst wurde er als „Halbjude“ drangsaliert und sozial ausgegrenzt, dann als Verfechter bürgerlich-liberaler Werte von der SED und ihren Helfern verfolgt.
Sein Tod machte Robert Blum (1807-1848) fast unsterblich, denn wenn nach den Mitgliedern der Frankfurter Nationalversammlung gefragt wird, dann fällt neben Heinrich von Gagern heute noch vor allem sein Name. Zwar verfügte er als führender Vertreter der parlamentarischen Linken nicht über den Einfluss des gemäßigt-liberalen Parlamentspräsidenten, dafür war sein Leben bis dahin weit spektakulärer verlaufen als bei dem hessischen Freiherren.
Der Stand der Ost-West-Beziehungen war im Herbst 1983 nicht gut. Hans-Dietrich Genscher suchte die Kontinuität der deutschen Außenpolitik herauszustellen und nutzte einen Staatsbesuch im damals blockfreien Finnland zu einem Appell an die Vernunft aller Beteiligten, insbesondere aber an die sowjetische Seite.
Er gehörte sicherlich nicht zu den auffälligsten Größen der DDP, obwohl er immerhin acht Jahre für sie im Reichstag gesessen hat. Der Leipziger Ordinarius für Kultur- und Universalgeschichte Walter Goetz (1867-1958) war schon als junger Mann Friedrich Naumanns „National-sozialem Verein“ beigetreten und auf diesem Wege zum Linksliberalismus gekommen.
Jugendliche hatten während der Anfangsjahre in der LDP(D) eine besondere Rolle gespielt, sie stellten anfangs rund ein Viertel der Parteimitglieder und waren in erster Linie die Träger des Widerstandes gegen die SED; viele junge Liberaldemokraten wurden dann auch Opfer des Stalinismus.
Werner Maihofer, der heute seinen 90. Geburtstag begeht, hat auf die programmatische Entwicklung der FDP großen Einfluss genommen; gleich zwei Programme tragen seine Handschrift: die „Freiburger Thesen“ von 1971 und die „Wiesbadener Grundsätze“ von 1997.
Obwohl die Ausgangslage eigentlich gut gewesen war, hatten die Liberalen bei der Bundestagswahl im September 1953 ein Minus von gut 2 Prozentpunkten eingefahren. Verantwortlich machte man dafür u. a. die schwache Profilierung liberaler Spitzenpolitiker gegenüber Kanzler Adenauer und Wirtschaftsminister Erhard. Ändern sollte dies der bekannt temperamentvolle bayrische FDP-Vorsitzende Thomas Dehler.
1961 hatte die FDP – aus der Opposition heraus – mit 12,8 % einen grandiosen Wahlsieg errungen, nicht zuletzt deshalb, weil sie Hoffnungen auf einen Wechsel im Kanzleramt eröffnete: Der weit über 80jährige Adenauer sollte durch einen jüngeren Politiker ersetzt werden. Favorit der FDP war Ludwig Erhard, der eigentlich als „Liberaler“ galt.
Der letzte kaiserliche Kanzler Max von Baden hatte mehrere Freisinnige in seiner Regierung. Neben Vizekanzler Friedrich von Payer war dies Conrad Haussmann (1857-1922), der am 14. Oktober 1918 zum „Staatssekretär ohne Portefeuille“ berufen wurde und damit nun, da das Kaiserreich keine Reichsminister kannte, in die Reichsleitung aufrückte.
Für einen liberalen Spitzenpolitiker hatte Anton Erkelenz (1878-1945) einen recht ungewöhnlichen Hintergrund: Er entstammte einer katholischen Handwerkerfamilie und wurde selbst zunächst Schlosser.
Die Delegierten beim 39. Parteitag der FDP in Wiesbaden hatten die Wahl. Gleich zwei politische Schwergewichte bewarben sich um die Nachfolge des nach Brüssel gehenden FDP-Vorsitzenden Martin Bangemann: der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und die frühere FDP-Generalsekretärin und amtierende Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Irmgard Adam-Schwaetzer.
Normalerweise assoziiert man beim Stichwort „Gewerkschaften“ nicht unbedingt liberales Gedankengut, aber auch in der deutschen Gewerkschaftsbewegung hat es durchaus liberale Stränge gegeben: Zu den ältesten gewerkschaftlichen Organisationen gehören die „Gewerkvereine“, nach ihren beiden Gründern Franz Duncker und Max Hirsch (1832-1905) „Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine“ genannt.
Auf den ersten Anschein war es die unpolitische Versammlung einer weiteren Berufsgruppe, wie sie um die Mitte des 19. Jahrhundert Mode wurde: Vom 20. bis 24. September 1858 trafen sich im thüringischen Gotha die „Volkswirte“. Doch dahinter steckte mehr...
In der Weimarer Republik stand sein Name für überragenden Journalismus: Theodor Wolff (1868-1943) gehörte während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten politischen Kommentatoren.
Entsprechend der föderalen Struktur des Landes weist der deutsche Liberalismus viele regionale Zentren und Ausprägungen auf. So sprach man im 19. Jahrhundert vom rheinischen, ostpreußischen oder kurhessischen Liberalismus. Die langlebigste und wohl auch bekannteste Regionalgründung erfolgte am 19. September 1868 in Stuttgart.
Der Schritt war politisch fällig, aber nicht unproblematisch: Die Bundesrepublik wollte und sollte in die UNO aufgenommen werden. Nur waren die Deutschen 1973 keine normale, sondern eine geteilte Nation, überdies mit einer ehemaligen Hauptstadt unter Vier-Mächte-Verantwortung.
Sie war zeitweise die engste Mitarbeiterin von Friedrich Naumann und verkörperte über ein Jahrzehnt lang die weibliche Spitze der DDP: Als Gertrud Bäumer am 12. September 1873 in dem heute zu Hagen gehörenden Hohenlimburg geboren wurde, deutete wenig auf eine solche politische Karriere hin.
Es war eine kleine, aber feine Runde, die sich am Vorabend des historischen Tages in einem Bonner Lokal traf. Die Fraktion nahm unter der Führung von Theodor Heuss – im Gegensatz zum Wirtschaftsrat – schnurstracks einen Platz in der Mitte des Plenums ein und nutzte diese Mittlerrolle weidlich aus, die noch durch das Patt zwischen den Volksparteien verstärkt wurde.
Wer heute mit genossenschaftlichen Einrichtungen wie Volksbanken oder Winzergenossenschaften zu tun hat, weiß selten, dass es sich dabei um urliberale Institutionen handelt: Die ersten modernen Genossenschaften wurde um 1850 in der preußischen Provinz Sachsen von dem Richter Hermann Schulze (1808-1883) gegründet.
Der plötzliche Tod ihres Generalsekretärs bedeutete für die Liberalen einen schweren Schock, wurden sie doch eines großen Hoffnungsträgers beraubt.
Zweifellos hatte das Ereignis die deutschen Fürsten unter Führung des österreichischen Kanzlers Metternich alarmiert: Ende Mai 1832 hatten gut 25.000 Menschen auf der Hambacher Schlossruine friedlich für Einheit und Freiheit der Deutschen demonstriert.
Gustav Stresemann war wahrlich nicht zu beneiden, als er Mitte August 1923 an der Spitze einer „großen Koalition“ von Liberalen, politischem Katholizismus und Sozialdemokratie die Kanzlerschaft übernahm: Die Mark war ins Bodenlose gefallen, das Ruhrgebiet von den Franzosen zur Erzwingung von Reparationen besetzt und in Bayern und Mitteldeutschland griffen Extremisten nach der Macht.
Sowohl zu Lebzeiten als auch im Nachleben hat Eugen Richter (1838-1906) gerade auch unter den liberalen Gesinnungsgenossen eine starke Polarisierung ausgelöst: Die einen sehen in ihm einen standhaften und wortgewaltigen Verteidiger liberaler Grundpositionen, die anderen machen seine starre politische Strategie für den Niedergang des (Links-)Liberalismus Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich.
Der allseits bekannte Mann kam nicht mehr dazu, seine neue Rolle richtig anzunehmen: Kaum im thüringischen Reuß in die Frankfurter Nationalversammlung nachgewählt, verstarb er, ohne einmal in der Paulskirche zu Wort gekommen zu sein.
Der promovierte Volkswirt Gustav Stolper (1888-1947) war ab 1925 journalistisch in Berlin tätig, nachdem er sich in seiner österreichischen Heimat bereits einen Ruf als Wirtschafts- und Finanzexperte erworben hatte. Er stieß zur Deutschen Demokratischen Partei, deren Wirtschaftsprogramm er formulierte und für die er von 1930 bis 1932 im Reichstag saß.
Den Todesstoß versetzte man der liberaldemokratischen Unabhängigkeit in Thüringen, indem am 23. Juli 1948 während einer Sitzungspause des Landtags der angesehene Fraktionsvorsitzende verhaftet wurde.
Bei der Jubiläumsveranstaltung in Wiesbaden zum 50-jährigen Stiftungsgeburtstag standen die Auslandsarbeit und das Archiv im Mittelpunkt.
In der politischen Biographie und dem politischen Wirken von Liselotte Funcke, geboren am 20. Juli 1918, spiegelt sich die Geschichte des westdeutschen Liberalismus wieder.
1848 wurde er für Holstein in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, wo er – Fraktionskollege von Heinrich von Gagern - ein zwar wenig im Plenum hervorgetretener, aber dennoch sehr einflussreicher Parlamentarier war, der sich vor allem im Verfassungsausschuss hervortat.
Eine knappe Woche nach der DDP ergab sich auch die nationalliberale Schwesterpartei DVP in ihr Schicksal: Nachdem bereits Kommunisten und Sozialdemokraten verboten waren und die Deutschnationalen sich selbst aufgelöst hatten, resignierte auch der DVP-Vorsitzende Eduard Dingeldey (1886-1942).
Auch in der Theodor-Heuss-Akademie wurde das Gründungsjubiläum der Stiftung jetzt gefeiert. Ein Höhepunkt: die Enthüllung eines wiederentdeckten Heuss-Porträts.
Bereits vor der sog. nationalsozialistischen „Machtergreifung“ am 30.1.1933 waren die beiden liberalen Parteien in schweren Krisen geraten; in der aufgeputschten und von Gewalt geprägten Atmosphäre am Ende der Weimarer Republik fanden sie kaum noch Unterstützung durch die Wähler.
Der für Ende Juni 1953 in Lübeck angesetzte Parteitag der FDP, auf dem eigentlich ein Wahlprogramm beschlossen werden sollte, stand ganz im Zeichen des Aufstandes vom 17. Juni in der DDR. Die Liberalen schoben deshalb eine Kundgebung an der innerdeutschen Grenze ins Programm ein, mit der an die Opfer des Aufstandes und den offenkundigen Freiheitswillen der ostdeutschen Mitbürger erinnert werden sollte.
Am Ende ihrer langen politische Karriere hat man Marie-Elisabeth Lüders (1878-1966) mit freundlichem Spott „einen der wenigen Männer in der FDP“ genannt. Ihr ging zeit ihres Lebens der Ruf einer resoluten und streitbaren Frau heraus.
Der Begriff „Währungsreform“ bezeichnet nur einen Teil jener grundlegenden wirtschaftspolitischen Wende, die sich Mitte Juni 1948 vollzog und vor allem mit dem Namen Ludwig Erhard verbunden ist.
Franz Duncker (1822-1888) verkörpert die großartige liberale Tradition der deutschen Hauptstadt: Er verlegte die „Berliner Volks-Zeitung“ und war langjähriger Landtags- und Reichstagsabgeordneter.
Karl Hamanns (1903-1970) politische Karriere endete schrecklich: Im Dezember 1952 ließ die SED den liberal-demokratischen Minister für Handel und Versorgung als Sündenbock für die schlechte Versorgungslage verhaften, später wurde er in einem Geheimprozess zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt.
Die Biographie des zweiten Hohenzollern auf dem Kaiserthron war von Tragik umweht: Sein Vater, Kaiser Wilhelm I., wurde über 90 Jahre alt, er selbst regierte schon unheilbar krank nur 99 Tage, ehe dann – zum Schaden Deutschlands – sein Sohn Wilhelm (II.) mit 29 Jahren den Thron bestieg.
Nach vielen privaten Reisen hatte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 11. Juni 1988 seinen ersten „öffentlichen“ Auftritt in der DDR: Bei einer Tagung des „Institute for East-West-Security-Studies“ hielt er in Potsdam eine Grundsatzrede über eine europäische Friedensordnung.
Am Grab Friedrich Naumanns hat Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender der Stiftung, geimansam mit dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied Rolf Berndt einen Kranz niedergelegt.
Der Tag der offenen Tür in Potsdam markierte das Ende einer famosen Jubiläumswoche zum 50. Geburtstag der Stiftung. Zum Ausklang gab's ein Feuerwerk.
Der in Neuruppin 1842 geborene Bankier Johannes Kaempf vertrat seit 1903 den ersten Berliner Wahlkreis und damit das Zentrum der Hauptstadt, das zwischen 1867 und 1918 nur liberale Abgeordnete in den Reichstag entsandte. Wegen seiner Verdienste um Berlin wurde er 1899 als „Stadtältester“ gewürdigt; 1912 wählte ihn der Reichstag an der Spitze eines rein liberalen Präsidiums zum Reichstagspräsidenten.
Kriegsbedingt war der Auftakt sehr unspektakulär; lediglich in einer Notiz für die Leser der „Hilfe“ wurde darauf hingewiesen, dass am 22. Mai 1918, abends 8 Uhr, am Berliner Kronprinzenufer 27 (heute Ludwig-Erhard-Ufer) die „Staatsbürgerschule“ ihren Vorlesungsbetrieb aufnahm.
Auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrer Gründung hat die Stiftung ihren runden Geburtstag mit einem Festakt gefeiert, in Bonn, im alten Plenarsaal des Bundestages.
Bundespräsident Theodor Heuss setzte als erster seine Unterschrift unter die Gründungsurkunde. Damit und mit der Namensgebung nach seinem großen Lehrer und Vorbild Friedrich Naumann gab er die Richtung vor: Eine liberale Staatsbürgerschule sollte es werden.
50 Jahre Stiftungsgeschichte bieten genügend Stoff für eine eigene Jubiläumsseite. Lassen Sie sich von den vielen, teils interaktiven Inhalten überraschen…
Mit Glockengeläut, Böllerschüssen und Jubelrufen begann am 18. Mai 1848 eine von den deutschen Liberalen sehnsüchtig erwartete neue Zeit: In der Frankfurter Paulskirche trat das erste deutsche Nationalparlament zusammen. Nie wieder sollte es eine so gebildete und liberale Volksvertretung geben, denn fast alle demokratisch gewählten Abgeordneten hatten einen bürgerlich-liberalen Hintergrund, auch wenn sich nur gut die Hälfte von ihnen zu den liberalen Fraktionen wie Casino oder Westendhall bekennen sollte.
Das Stiftungsjubiläum tritt in seine heiße Phase. Mit Anzeigen und einer Postkartenaktion macht die Stiftung deutschlandweit auf ihren 50. Geburtstag aufmerksam.
Der 1865 in Oldenburg geborene Jurist machte zunächst in der sächsischen Justizverwaltung und am Reichsgericht Karriere; 1907 wurde er in Dresden für die Nationalliberalen in den Reichstag gewählt, dem er auch von 1920 bis zu seinem Tod für die DVP angehörte. Seit Mitte 1918 sächsischer Justizminister leitete er im Herbst 1918 kurzzeitig die letzte kgl.-sächsische Regierung.
Der in Leipzig 1833 geborene und in Kiel seit 1863 lehrende Juraprofessor war einer der bekanntesten Parlamentarier, der die Linksliberalen fast drei Jahrzehnte im Reichstag vertrat. Innerhalb des Freisinns vertrat er eine eher föderale Position, die sich vor allem in der Forderung nach mehr Autonomie für die Schleswig-Holsteiner ausdrückte, welche 1866 von Preußen annektiert worden waren.
Dass Gustav Stresemann einmal zu den bekanntesten deutschen Politikern gehören und der erste deutsche Friedennobelpreisträger sein würde, war ihm keineswegs in die Wiege gelegt. Als jüngster Sohn eines kleinbürgerlichen Bierhändlers war er ein echter Selfmademan.
Obwohl damals bereits weit über 70 Jahre alt, traf der Tod Wilhelm Külz, den Vorsitzenden der ostzonalen LDP(D), doch überraschend und riss ihn mitten aus seiner politischen Arbeit heraus: Der ehemalige Reichsminister und Oberbürgermeister von Dresden war seit Ende 1945
die Integrationsfigur für die Liberaldemokraten, die die bei weitem größte liberale Organisation in der unmittelbaren Nachkriegszeit stellten.
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